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Häufige Fragen

Was meint pferdegestützte Interventionen (PI)?
Pferdegestützte Interventionen ist der Überbegriff für alle angeleiteten Angebote mit Pferden, die nicht zum Reiten lernen dienen. Welche verschiedenen Arten der Angebote dies sind, habe ich auf der nächsten Seite zusammengefasst.
Aufgrund meiner Grundberufe und Erfahrungen biete ich
Reittherapie, Persönlichkeitsentwicklung und Coaching mit Pferden sowie Fortbildungen in diesen Bereichen an.


Wo ist bei meinem Angebot der Unterschied zwischen Therapie, Persönlichkeitsentwicklung und Coaching mit dem Pferd?
Alle Ansätze arbeiten mit der Entwicklung von Menschen und gehen ineinander über. Es geht bei allen Ansätzen um das Neu-Erlernen von Verhaltens- und Gedankenmustern und die Neubewertung von Gefühlen / Emotionen. In der Arbeit mit den Pferden kommt zusätzlich auch immer die bewusste Wahrnehmung des Körpers und des Körpergefühls dazu, da die Pferde uns als körperliche Wesen wahrnehmen und sie mit ihrem Körper auf uns reagieren.
Und: für die Pferde ist der Unterschied der Ansätze völlig irrelevant. Sie sehen vor sich einen Menschen, mit dem sie gerade jetzt in Kontakt gehen und etwas zusammen erleben. Schon allein diese wertfreie Annahme durch die Pferde kann etwas verändern.

Therapie ist für Menschen mit psychischen Erkrankungen und schweren Lebenskrisen. Am Anfang steht immer eine Diagnostik, um das vorliegende Problem gut zu erfassen und um eine Schädigung vorzubeugen. Menschen, die zu mir in die Therapie kommen, bringen meist einen Leidensdruck mit und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist oft eingeschränkt oder nur mit großem Kraftaufwand möglich.
In der Therapie geht es darum, Methoden zu finden, um den Leidensdruck zu mindern, neue Verhaltens- und Gedankenmuster auszuprobieren und wieder eine gute Lebensqualität zu erlangen.

Die
Persönlichkeitswicklung ist für Menschen, die etwas in ihrem Leben verändern möchten. Auch dies wird oft ausgelöst durch eine Lebenskrise (z.B. Trennung / Scheidung, Jobverlust, Tod eines Angehörigen, Auszug der Kinder, usw.). Oft steht am Anfang die Sehnsucht nach etwas, was oft noch gar nicht benannt werden kann. Es ist die tiefe Sehnsucht nach mehr: mehr Erfüllung, mehr Tiefe, mehr Liebe …
Das Angebot richtet sich an Menschen, die z.B.
  • - ihr Potenzial entfalten möchten,
  • - neue Räume betreten wollen,
  • - ihre Berufung finden und leben möchten,
  • - sich ganz kennen lernen und annehmen möchten, mit all ihren Stärken und Schwächen.
Die Angebote der Heldenreisen, Visionssuche, die Jahresgruppe mit Pferden gehören zu dieser Angebotsgruppe

Das
Coaching ist der Persönlichkeitsentwicklung sehr ähnlich, jedoch meist klarer definiert, zielorientierter und betrifft vorwiegend die berufliche Entwicklung. Dazu gehören auch Teamtrainings oder Führungskräftetrainings.

Meine
Fortbildungen richten sich an Menschen
  • - die Anbieter von pferdegestützten Angeboten sind oder es werden möchten,
  • - sowie an Pferdemenschen, die eine neue Art des Umgangs und der Verbindung mit Pferden lernen möchten.
Ich bin seit vielen Jahren Dozentin in der Ausbildung für Reittherapeuten und kann bei der Erwachsenenbildung auf einen großen Erfahrungsschatz zurückblicken. Außerdem macht es mir großen Spaß mein Wissen weiterzugeben.


Kann ich auch mit einer psychischen Erkrankung an einem Angebot der Persönlichkeitsentwicklung mit Pferden teilnehmen?

Ja, natürlich. Wir alle bringen größere oder kleinere „Macken“ mit.
Grundsätzlich habe ich aufgrund meiner Ausbildungen und Erfahrungen die Fähigkeiten sowohl den therapeutischen als auch den Persönlichkeitsentwicklungsbereich abzudecken.
Aber...
Für mich ist es dann wichtig, dass Sie mich über Ihre Erkrankung und deren Auswirkung auf Ihr Leben informieren. Das ist der Teil ihrer Eigenverantwortung. Nur wenn ich von Ihrem Problem weiß, kann ich Sie dabei unterstützen für sich selbst gute Grenzen zu ziehen und Rückzugsmöglichkeiten zu erschaffen. Bei Gruppen kann es auch nötig sein, dass die anderen Gruppenmitglieder über die Schwierigkeiten der Anderen informiert sind. Dies kann Inhalt eines Vorgesprächs sein.
Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass bei der Persönlichkeitsentwicklung, insbesondere bei den mehrtägigen Heldenreisen mit Pferden, tiefgreifende Transformationen in Gang gesetzt werden. Ich fordere Sie dabei bewusst auf Ihre Komfortzone zu verlassen und begleite Sie bei dem, was sie dort finden.
Dies kann eine sehr gefühlsaufwühlende Erfahrung sein. Auch wenn Sie dies bei anderen Gruppenteilnehmern miterleben. Deshalb sollten Sie in der Lage sein, auch bei intensiven Gefühlen (den Eigenen und denen von Anderen) nicht in selbstschädigende oder dissoziative Verhaltensmuster zu verfallen.
Bei Einzelsettings kann ich die Geschwindigkeit und die Intensität der Prozesse stark beeinflussen. Bei Gruppenangeboten entstehen meist eigene Gruppendynamiken die deutlich weniger stark beeinflussbar sind, bzw. mit denen ich, als wichtigen Bestandteil der Gruppenangebote, auch arbeite.
Weiter kommt es darauf an, wie gut sie in einem Helfernetz eingebettet sind und wie gut sie ihre eigenen Probleme kennen. Dazu gehören zum Beispiel Familie und Freunde, mit denen Sie über das erlebte reden können oder auch eine Psychotherapie, in der die aufgekommenen Gefühle besprochen werden können.
Evtl. kann es Sinn machen, dass Sie vor oder nach einer Teilnahme an einer Heldenreise ein paar Einzelstunden nehmen, so dass die Erfahrungen in einen begleitenden Prozess eingebettet sind und vor- und nachbereitet werden.
Sprechen Sie mich einfach rechtzeitig an, dann können wir dies vorbesprechen. Mir ist wichtig, dass Sie mit dem Erlebten nicht alleine im Regen stehen bleiben, sondern dass sie eine Erfahrung machen, die ihr Leben bereichert.

Telefonische Vor- oder Nachgespräche bis ca. 15 Minuten sind bei mehrtägigen Heldenreisen inklusive.


Welche Voraussetzungen brauche ich?
Keine besonderen. Für alle meine Angebote sind keine Vorerfahrungen mit Pferden notwendig. Aber auch Menschen, die schon über Pferdeerfahrung verfügen machen oft erstaunliche Neuentdeckungen, die ihren bisherigen Umgang mit Pferden verändern können.
Bringen Sie Offenheit für neue Erfahrungen und ein bisschen Mut mit, diese auch auszuprobieren. Gerade erfahrene Pferdemenschen brauchen hier besonders viel Mut, um auf vertraute und bewährte Techniken verzichten zu können, um etwas Neues ausprobieren zu können.
Sie brauchen keine Lösungen mitbringen, aber die Bereitschaft, dass wir gemeinsam auf die Suche gehen, um für Sie stimmige Lösungen zu finden.

Was ist, wenn ich Angst vor Pferden habe?
Aus irgendeinem Grund sind Sie trotzdem auf meiner Seite mit den Pferden gelandet . Es scheint Sie also irgendetwas bei den Pferden anzuziehen. Angst vor Pferden ist grundsätzlich kein Hinderungsgrund. Gerade wenn Sie Sich dieser Angst stellen möchten und / oder trotz der Angst irgendwie das Gefühl haben, etwas mit Pferden machen zu möchten. Dann ist Ihre Angst vor Pferden und der Umgang damit das Thema der ersten Stunden.
Die Sicherheit ist mir bei jedem Kontakt mit dem Pferd ein großes anliegen und bildet die Grundlage meiner Arbeit.
Falls sie Angst vor Pferden haben und diese nicht bearbeiten möchten, ist dies für mich kein Problem. Sie werden in unserer Gesellschaft Pferden ohne große Einschränkungen aus dem Weg gehen können. Nur bin ich und meine Angebote mit den Pferden dann nicht das richtige Angebot für sie.

Wird auch geritten?
Bei fast allen meiner Angebote ist es nicht notwendig auf dem Pferd zu sitzen (außer es geht in der Reittherapie gerade um die Bewegungsübertragung von Pferd auf die menschliche Hüfte). Ansonsten sind fast alle Interventionen sowohl vom Boden aus als auch vom Pferderücken aus zu machen. In den Einzelsettings können sie sich selbst aussuchen, wie Sie die Übungen lieber machen möchten und so die Unterschiede und die Vor- und Nachteile kennen lernen. Bei den Gruppenangeboten ist das Sitzen und Reiten auf dem Pferd nur ein kleiner Bestandteil der Angebote. Bei den Heldenreisen wird in der Regel nicht geritten, da ich die ehrlichste und klarste Rückmeldung von einem Pferd bekomme, was komplett frei agieren kann.
Alle meine Pferde sind als Therapiepferde ausgebildet und versichert, so dass wir Ihnen die Möglichkeit des Reitens und des „getragen-werdens“ anbieten können.

Warum eine Pferdeherde?
Wir bieten auf unserem Hof das Erleben einer Pferdeherde. Ich schreibe hier auch gleich von wir, weil wir, um unseren Pferden eine Herde bieten zu können, auch eine Menschen-Herde (Gemeinschaft) aufbauen mussten. Sowohl Pferde, wie auch Menschen sind Herdentiere. Was uns mit den Pferden verbindet ist der Wunsch nach Zugehörigkeit und die Sehnsucht Teil einer Herde zu sein. Für Pferde ist die Zugehörigkeit zu einer Herde überlebensnotwendig. Auch in der menschlichen Entwicklungsgeschichte war das so. Gleichzeitig haben wir das Bedürfnis ein Individuum zu sein und uns nicht völlig in einer Gemeinschaft aufzugeben und nur noch zu verschmelzen.
Deshalb ist es wichtig zu lernen, unseren Platz in diesem Spannungsfeld zu finden. Dieser Platz ist nicht statisch, sondern wird ständig neu definiert. Um unseren Platz zu finden, sowohl in der Menschen- wie auch in der Pferdeherde, ist es notwendig authentisch zu sein, seinen eigenen Raum einzunehmen und einen Zugang zu seiner eigenen Verletzlichkeit zu bekommen. Diese gilt es nicht verschämt wegzudrücken, sondern sie in einer Gruppe gleichgesinnter zeigen zu können.

In dem Moment, in dem aus Individuen eine Gruppe wird, entsteht etwas Größeres. Aus der Systemtheorie kenne ich den Satz: „das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Anteile“. In meiner Gemeinschaft mit den Menschen und Pferden erlebe ich jeden Tag, wie er sich mit Leben füllt und wie es sich anfühlt. Auf dem Hof von Natalie Frey „Urkraft der Pferde“ erlebte ich zum ersten Mal was es heißt, pferdegestützte Interventionen in und mit einer Pferdeherde durchzuführen. Bis dahin hatte ich „nur“ mit einzelnen Pferden gearbeitet. Jetzt erlebe ich, wie Pferde als Herde agieren, sich bei der Begleitung mit Menschen abwechseln, unterstützen, zu Zweit oder mehreren arbeiten. Ich erlebe, dass Pferde sich in die Herde zurückziehen können, wenn sie es möchten. Ich erlebe, wie die Pferdeherde auf Menschengruppen und einzelne Menschen reagieren. Sie folgen der Energie und erschaffen damit permanent ein Feld, dass wir Menschen aus der Aufstellungsarbeit kennen.

Wir haben 2017 den
Verein Pferdereich e.V. gegründet. Pferde- Menschen - Gemeinschaft. Einmal, um so ein Projekt überhaupt stemmen zu können und zum anderen um uns selbst immer wieder in einer Gruppe reflektieren zu können.
Und parallel, wie in der Pferdeherde, erleben wir in der Menschengemeinschaft, was es heißt Aufgaben aufzuteilen, erleben uns in sich verändernden Rollen. Wir diskutieren über Grenzen und Ressourcen. Wir erleben täglich was es heißt authentisch und verletzlich zu sein.
Damit die „Arbeit“ in der Pferdeherde möglich ist, müssen die Pferde so natürlich wie möglich gehalten werden. Das heißt, sie leben in einer stabilen Herde in einem Offenstall, wo sie die Möglichkeit haben ihre Beziehungen untereinander leben zu können.
Falls doch ein Wechsel in der Pferdeherde nicht vermeidbar ist, nehmen wir uns sehr viel Zeit und geben uns größte Mühe den Pferden die Zeit zu geben, die Trennung von ihren Herdenmitgliedern zu verdauen und die neuen Pferde zu integrieren.
Die lange zeitliche Stabilität und die ständigen notwendigen Entscheidungen über die Pferdehaltung führt auch uns Menschen (Pferdebesitzer und Stallhelfer) in einen andauernden Entwicklungsprozess.



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